PRINOVIS LTD. & CO. KG

10
Jul

Prinovis Ltd. & Co. KG macht Schluss mit Flickenteppich in Druckvorstufe

 

Prinovis, das größte Druckunternehmen in Europa, will seinen Prepress-Workflow weiter zentralisieren und optimieren. Deshalb implementiert Prinovis den ES TWiST-Workflow von DALIM SOFTWARE und ES DIALOGUE Engine Softproofing Server als Bestandteil seines Produktionsprozesses.

Prinovis ist im Jahr 2005 durch den Zusammenschluss der drei Tiefdrucksparten von Bertelsmann Arvato, Gruner + Jahr AG und Axel Springer AG entstanden. Das Angebot umfasst Zeitschriften, Werbedrucksachen, Versandhauskataloge und Kommunikationslösungen nach Maß. Prinovis beschäftigt insgesamt 3800 Mitarbeiter in vier Druckereien in Deutschland (Ahrensburg, Dresden, Itzehoe und Nürnberg) und einem Werk in England (Liverpool).

Bei der Gründung von Prinovis glich die Druckvorstufe im Unternehmen einem Flickenteppich. Jede Druckerei hatte ihr eigenes System, erklärt Roger Schwarz, Chief Information Officer bei Prinovis. „Die Aufgabenstellung lautete: ein innovatives, modernes System zu finden, mit dem wir in einer standardisierten Umgebung die Druckvorstufe und den IT-Support für das Unternehmen zentralisieren können“, erläutert Schwarz. „Wir haben TWIST sowie andere Systeme und Module verwendet, und daneben unsere selbstgeschriebenen Programme. Wir wollen die Zahl der verwendeten Komponenten verringern, mit weniger Anbietern arbeiten und so unsere Kosten senken.“

 

Ein Plan für die Druckvorstufe

Für die Druckvorstufe ist geplant, die Gravur der Tiefdruckzylinder mit Software von Hell Gravure Systems zu steuern. Für alles andere soll TWIST Engine und ES von DALIM SOFTWARE zum Einsatz kommen. Prinovis will seine ältere TWIST-Version auf die neuere ES TWIST mit ES aktualisieren und das System – das weiterhin Jobs aus dem Workflow initiieren und Kundendaten in das TIFF-Dateiformat zum Gravieren von Tiefdruckzylindern konvertieren wird – mit ES erweitern, das farbgenaues virtuelles Remote-Softproofing und kollaboratives Projektmanagement in Echtzeit mit einem gewöhnlichen Webbrowser gestattet. Die Kombination aus ES und TWIST gestattet ausgeklügelte und schnelle Freigabezyklen in einem vollautomatischen Vorstufenprozess.
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Zum Zeitpunkt der Drucklegung stand Prinovis kurz vor Inbetriebnahme des ES TWIST Servers in Dresden. Das System soll dann in zwei Monaten in Itzehoe einsatzbereit sein, danach geht es weiter nach Liverpool und Nürnberg. „Unser Ziel ist ein einheitliches, zentralisiertes System für die Druckvorstufe auf Basis von ES TWIST 3“, so Schwarz. „Der Workflow in Dresden dient als Modell für das System, das wir im gesamten Unternehmen einführen wollen – ein standardisiertes, einheitliches und zentralisiertes System.“

Prinovis nutzt ES und die DIALOGUE Engine in Freigabezyklen für Zeitschriften. Das ES TWIST System ist jedoch noch nicht im vollen Produktionsbetrieb. Schwarz erkennt aber bereits Produktivitätssteigerungen.

„Dateien verarbeiten wir jetzt 20 bis 30 % schneller. Wichtig ist aber unser Aufwand an Mitteln für dasselbe Produktionsvolumen“, so Schwarz. „Die Zahl der erforderlichen Vollzeitstellen in der Druckvorstufe ist bereits dramatisch gesunken — auf rund drei bis vier pro Standort. Entscheidend ist, dass wir ein weitgehend automatisiertes System mit voll konfigurierbaren Strukturen für Kundenaufträge und der Möglichkeit, den Auftragsstatus leicht anzuzeigen, aufbauen können. Allein mit diesem System – unter Einsatz von TWIST Engine und ES – konnten wir eine erhebliche Menge an Personal für andere Aufgaben in der Druckvorstufe einsetzen.“

Argumente für Softproofing

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Ein Ziel ist, ES für Softproofs anstelle von Andrucken für die Farbeinstellung unserer Drucksysteme zu nutzen. Kunden brauchen somit nicht für kostspieligere Andrucke zu zahlen, sondern können die Seiten direkt im Prinovis-System freigeben. Genau diese Daten kann Prinovis für Gravur, Druck und Farbkorrekturen nutzen. „Wir hoffen, dass unsere Kunden uns anhand des Softproofs Freigaben erteilen – nach dem Motto ‚wenn Sie die Druckmaschine nach dem ES Softproof einstellen, bestätigen wir, dass Sie ohne weitere Freigabe oder Mitteilung weiterarbeiten können‘“, sagt Schwarz. „Für uns ist das ein großer Vorteil im Hinblick auf Zeitgewinn und gesparte Kosten in der Produktion. Besonders für Zeitschriften ist diese gesparte Zeit wichtig.“

Prinovis findet bereits Aufgaben, für die unser neues DALIM SOFTWARE-System sehr hilfreich sein wird. „Es gibt eine starke Nachfrage nach sehr genauen, naturgetreuen Farben in der Werbung für Modemagazine“, erklärt Schwarz. „Zwei Versandhäuser – Bauer (10 Ausgaben pro Jahr) und Klingel (79 Ausgaben pro Jahr) – brauchen zwei Millionen Exemplare pro Ausgabe. Gegenüber den zahlreichen Andrucken, die wir früher für all diese Ausgaben hergestellt haben, sparen wir mit Softproofing ganz klar Kosten.“

„Wir produzieren auch alle Ausgaben für den Verlag Wort und Bild“, ergänzt Schwarz. „Mit unserem Remote-Softproofing- und Online-Freigabesystem haben wir seit vergangenem Frühjahr 64 Ausgaben mit insgesamt 170 Millionen Exemplaren hergestellt. Dabei sind wir ganz ohne Andrucke ausgekommen.

Für Schwarz, der aus dem Bankgewerbe kommt, war der Versuch, so unterschiedliche Elemente eines Workflows in Einklang zu bringen, eine völlig unerwartete Erfahrung. Die direkte Zusammenarbeit mit DALIM SOFTWARE war ein Höhepunkt. „Man ist dort sehr entgegenkommend und aufgeschlossen für neue und ungewöhnliche Ideen, verliert aber nicht aus dem Blick, dass ein Produkt hergestellt werden muss“, sagt Schwarz.

Als Schwarz vor einem Jahr bei Prinovis angefangen hat, lautete sein Auftrag „nichts anderes tun, als das Projekt zu Ende zu bringen – und das haben wir getan!“ stellt er fest. „Am Anfang hatten wir Zielvorgaben für die Effizienz, die wir übertroffen haben – deshalb übertragen wir das Konzept jetzt auf die anderen Druckereien.“